Comic

Comic Culture Clash

In 20 Konflikten um die Welt

Der Comic Culture Clash war ein experimentelles Comicprojekt am Puls der polarisierten, aufgepeitschten Zeit. 23 ausgewählte Konflikte des Zeit- und Weltgeschehens wurden von den beteiligten Comicschaffenden jeweils aus 2 unterschiedlichen Sichtweisen betrachtet. Die Liste reichte von Mieter vs. Vermieter über Russland vs. Ukraine bis Israel vs. Palästina. In einem formal streng begrenzten Rahmen von 6 Seiten sollte möglichst eine Geschichte aus Sicht des Konflikt-Protagonisten erzählt werden. Inhaltlich gab es keine Vorgabe außer dem Wunsch, sich möglichst in die Perspektive des Konflikt-Protagonisten hineinzuversetzen. Über 56 Zeichnende nahmen teil. Das Ergebnis war ein dickes Comicbuch, welches an ausgewählten Orten kostenlos verteilt wurde.

Vorgestellt wurde das Buch bei einer öffentlichen Veranstaltung mit Diskussion in Berlin und anschließender Ausstellung in der Galerie Knoth & Krueger mit Bier. Ähnlich wie beim Vorgängerprojekt, dem Comic Clash, wurde das Thema auf dem Internationalen Comicsalon Erlangen in Form von Spiel- und Zeichenaktionen unter Einbeziehung der anwesenden Comicszene über vier Tage auf der großen Bühne performativ weitergeführt. Ergänzend gab es eine große Freiluftausstellung, welche einzelne Aspekte des Buches wie den Perspektivwechsel spielerisch in die Ausstellung miteinband.
Das Buch und das Projekt stießen auf große mediale Resonanz.

Entwickelt und umgesetzt habe ich das Konzept zusammen mit meinen befreundeten Kollegen von Moga Mobo. Das Ausstellungskonzept wurde in Zusammenarbeit mit Thomas Gronle entwickelt, der auch für das tolle Logo verantwortlich ist. Layout und Grafik stammen von mir. Das Covermotiv von …

Es ist eines meiner liebsten und größten Projekte, das vom Grundgedanken und Konzept heute fast noch aktueller oder wichtiger erscheint als damals. Das Buch ist natürlich längst vergriffen.

Ich selbst widmete mich dem mittlerweile verblassten Konflikt zwischen Schwaben und Berlinern. Die Schwaben standen damals sinnbildlich für alles, was in Berlin an Verdrängung und Gentrifizierung stattfand. Kein Berliner Comedy-Auftritt kam ohne ihn aus. Es gab (ziemlich lustige) Plakataktionen und sogar das berühmte Spätzle-Attentat auf das Käthe-Kollwitz-Denkmal am Kollwitzplatz, bei dem mir heute gar nicht mehr klar ist, wofür oder wogegen, von wem das jetzt nochmal sein sollte. Mittlerweile ist die Gentrifizierung abgeschlossen und das Feindbild des Schwaben verblasst.