Ich fahre viel Fahrrad. Mein Rad ist ein Strassenrad. Ein robustes räudiges Gefährt, voller Dreck, Schrammen und Narben. Es darf nicht mit ins Haus, sonder steht draussen bei Regen und Sonnenschein. Wir haben ein pragmatisches Verhältnis zueinander. Jedoch. Wenn es zu lange keine pflegende Aufmerksamkeit erhalten hat, beginnen beim Fahren die Pedalen zu quietschen. Es klingt ein wenig wie die Rufe der Wildgänse im Herbst. Wenn ich durch die Stadt fahre, fühlt es sich an als würde mich ein Schwarm Wildgänse begleiten.
Da es sich auf Dauer jedoch zu schwer fährt, öle und putze ich irgendwann doch.
Und die Wildgänse sind verschwunden.
Vermutlich in den Süden.

